Eine Installation in Interaktion mit dem Raum: Besucher des Kunstzentrums von Des Moines in Iowa waren Anfang des Jahres eingeladen, in eine riesige Skulptur aus Klebeband zu schlüpfen. Die parasitäre Struktur, schlicht „Tape“ genannt, war vom Künstlerkollektiv „Numen / For use“ für die Ausstellung „Drawing in Space“ konzipiert und realisiert worden.

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Die Künstler aus Wien und Zagreb schaffen mithilfe des neuartigen und doch so bescheidenen Materials großflächige, ortsspezifische Installationen. In Des Moines war das Kollektiv besonders an der brutalistischen Betonoberfläche und der geometrischen Komposition des Galeriegebäudes interessiert. Die Leichtigkeit und Transluzenz der Installation wurde durch den radikalen Kontrast zwischen ihrer Struktur und dem roh anmutenden Innenraum stark betont.

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„Aus einem dominanten Wirt entstehend, bildete die Parasitenstruktur eine organische Repräsentation des tatsächlichen räumlichen Flusses im Gebäude“, heißt es auf der Webseite des Kollektivs. „Die Struktur der Installation folgte den Hauptwegen der Besucher und ermöglichte es ihnen, sich auf den üblichen Wegen zu bewegen, nur in einem erhöhten, eingeschlossenen, surrealen Raum aus Klebeband.“

Besucher des Museums wurden ermutigt, die Skulptur innerhalb von fünf Minuten von innen heraus zu erkunden und sich dabei im Uhrzeigersinn zu bewegen. Zwischendurch mussten kleinere Schäden immer wieder repariert werden, da die Installation dem Andrang und den Belastungen nicht komplett standhielt. Ein besonderes Raumerlebnis für die Besucher und ein großer Erfolg für die Künstler.

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Fotos: © Numen / For use