SIMONSWERK BANDTECHNIK

Kita-Architektur: Kreative Räume für kleine Helden

Kinder möchten toben, spielen, klettern – doch gleichzeitig ist es wichtig, dass sie ihre motorischen sowie geistigen Fähigkeiten trainieren. Trotzdem sind für eine gelungene Kita-Architektur keine künstlichen Erlebniswelten nötig. Sondern durchdacht strukturierte Räume, die einer kindlichen Perspektive gerecht werden. Ob Kindergarten oder Kindertagesstätte, das Einrichtungs- und Raumkonzept ist maßgeblich für die Entwicklung der Kleinen, denn mit Möbeln, die Spaß machen, können ganz spielereich und zum Teil unbewusst neue Fertigkeiten erlernt und andere gefestigt werden. Höhlen, ruhige Ecken, luftige Verstecke und gemütliche Nischen sorgen für Geborgenheit und lassen trotzdem genug Raum für Kreativität.

Eine „Stadt“ für Kinder

Dass Kinder es nicht immer bunt lieben (müssen), beweist der Kindergarten Frederiksvej von COBE Architekten. Hier geht es nicht um Farbe, sondern um Form. Genauer gesagt um den richtigen Maßstab. Wie sieht ein Kind ein Haus? Diese Frage stellten sich die Architekten. Die Antwort ist ein Ensemble aus elf kleinen Häuschen. Das Haus nimmt hier seine Urform an, gleich einer kindlichen Strichzeichnung. Simple Geometrien und der bewusste Verzicht auf Farbe schaffen eine angenehm unaufgeregte und geschützte Atmosphäre. Die kleinen Haus-Einheiten umfassen jeweils zwei bis drei Geschosse und sind über zwei zentrale Gebäude zusammengeschlossen. Ein monochromes Dorf im kindgerechten Maßstab: Während sich bei der vertikalen Holzfassade Weiß und Schwarz abwechseln, sind die Innenräume konsequent in Weiß gehalten. Für 200 Kinder ist hier ein abwechslungsreiches Raumprogramm entstanden – die Architektur sorgt baulich für Struktur, geht aber gleichzeitig auf die Vielfalt ihrer Nutzer ein.

Frederiksvej-Kindergarten-©Rasmus Hjortshøj
©Rasmus Hjortshøj

Hafenfeeling pur

Mitten in der HafenCity Hamburg ist eine Kita entstanden, für die sich baukind Architekten von den Besonderheiten ihrer Umgebung inspirieren ließen. So wurden die Themenbereiche Wasser, Hafen und Meerestiere aufgegriffen und auf die Innenraumgestaltung der Kita übertragen. Verschiedenste an der Wand angebrachte Bewegungselemente, die an einen Leuchtturm oder ein Schiff erinnern, fördern unter anderem die Koordination der Kinder und gestalten zugleich die Räumlichkeiten. Im Bad laden Waschbecken auf verschiedenen Ebenen zu fantasievollen Wasserspielen ein – ein großflächiges Wandmosaik erinnert zudem an die Farben des Meeres. Um die Kinder schon im jungen Alter an Naturwissenschaften und Technik heranzuführen, gibt es sowohl Forscher- als auch Bauräume sowie ein Bällebad und eine eigene Bibliothek, die als gemütlicher Rückzugsort dient – hier dürfen die Kleinen experimentieren, lesen oder sich einfach ausruhen. An den farbenfrohen Leitsystemen an den Wänden können die kleinen Bewohner Räume mit Magneten markieren, in denen sie sich gerne aufhalten.

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©baukind Architekten
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© baukind Architekten

Über den Dächern

Das Parkhaus in der Wölckernstraße in Nürnbergs Südstadt wirkte wir ausgestorben: Verschiedene Geschäfte und das Musikhaus Klier befinden sich im Erdgeschoss, doch die beiden oberen Etagen des Parkhauses wurden so gut wie gar nicht genutzt. Verschenkter Platz – und gleichzeitig die Möglichkeit, dem Kita-Notstand mit einem überraschenden Konzept zu begegnen. Entstanden ist ein Kindergarten über den Wolken: Nach nur neun Monaten war der Holzbau fertiggestellt. Mithilfe von querwärts ARCHITEKTEN wurde eine integrative und interkulturelle Einrichtung mit vielen Features erschaffen. Im Kontrast zu den massiven Betonstrukturen entstand eine längliche Holzkonstruktion, die auch ökologische Aspekte berücksichtigt. Die integrierte Panoramaschreibe ist nördlich ausgerichtet und bietet einen tollen Ausblick in den grünen Teil der Stadt. Ein tiefer gelegener Freibereich, der durch drei Meter hohe Mauern gesichert ist, bietet genug Platz, um ungestört und lärmgeschützt zu spielen. 16 Meter über der Erde bietet die Außenfläche von 1.200 Quadratmetern mehr Platz als manche innerstädtische Kita. Wer möchte da nicht wieder Kind sein?!

KitaWolke10_2-©querwaerts Fotodesign
©querwaerts Fotodesign
KitaWolke10-Nuernberg-©querwaerts Fotodesign
©querwaerts Fotodesign

Neue Hülle, alter Kern

In ihrem nur 105 Quadratmeter eigenen Wohnhaus hatte das Geschwisterpaar Kentaro und Tamaki Nara einen Kindergarten betrieben. Doch das Fertighaus war bald zu klein. Anstatt das Alte einfach abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, entschied der mit dem Neubau beauftragte Ma Yansong und sein Architekturbüro MAD, das Bestandsgebäude in die neue Kindertagesstätte zu integrieren – eine schöne Geste. Nun tragen die Erdgeschossstützen den Gruppenraum im Obergeschoss. Oben auf dem Dachstuhl sitzt jetzt ein kleiner Vorlesebereich mit Sitzstufen. Entstanden ist ein Haus im Haus: Die verschiedenen Ebenen sind durch große Lufträume miteinander verbunden und machen die alte Struktur innerhalb der neuen Hülle ablesbar. Diese sitzt als weiße Schale über dem neu strukturierten und erweiterten Innenraum. Gefertigt ist auch sie größtenteils als Holzskelettkonstruktion, was aber weder innen noch außen sichtbar wird, da Dach- und Fassadenflächen eine einheitliche Haut aus flexiblen weißen Bitumenschindeln erhielten. Durchbrochen wird die neue Haut durch kreisrunde, rechteckige und parabelförmige Gebäudeöffnungen. Aus dem Obergeschoss führt eine Rutsche direkt hinunter in den kleinen Vorhof.

MAD_Clover-House©Fuji Koji
©Fuji Koji

Gute Architektur ist auch kindersicher

Bei heutigen Kita-Konzepten geht es nicht nur um eine kindgerechte Raumerfahrung, sondern auch um Sicherheit, denn besonders Türen können schnell zur Gefahrenquelle werden. Somit ist Klemmschutz an Türen ein wichtiges Thema. SIMONSWERK hat in enger Zusammenarbeit mit Architekten und Planern daher ein Bandsystem für Türen mit Klemmschutzanforderung entwickelt: Das Bandsystem VARIANT V 1999 Klemmschutz bietet die perfekte Lösung für Nebenschließkanten und eignet sich optimal für die Nachrüstung. In wenigen Arbeitsschritten hat ein Fachhandwerker das alte Türblatt für die Aufnahme des neuen Bandsystems vor Ort vorbereitet und mit der bestehenden Zarge verbunden.

VARIANT V 1999 Klemmschutz

Kita-Architektur: Kreative Räume für kleine Helden - Simonswerk GmbH

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